Originaltext:
Wilt du machen ein gebraten milich. so nim die do niht veiztes zu si kummen und die gelebt si. den hafen zuslahe daz sie sanfte heruz glite uf ein biutel tuch. dor in bewint sie und beswer sie sanfte von erst. und dor noch baz laz sie ligen von dem morgen biz hin zu abent. so snit sie dünne und spizze sie. besprenge sie mit saltze. und lege sie uf ein hültzinen rost. und la sie wol rœsten. und wirf ein wenic pfeffers dor uf und betreyfe sie mit butern. oder mit smaltze. ob ez fleischtac si. und gib sie hin.
Übersetzung ins Hochdeutsche:
Will man gebratene Milch machen, so nimmt man Milch, die nicht zu fett ist und noch gut geronnen ist. Man schlägt den Topf vorsichtig auf, sodass die Masse sanft herausgleitet, und gibt sie in ein Tuch. Darin wird sie fest eingebunden und zunächst leicht beschwert.
Dann lässt man sie von morgens bis abends ruhen. Danach schneidet man sie in dünne, spitze Stücke und bestreut sie mit Salz. Anschließend legt man sie auf einen hölzernen Rost und brät sie gut.
Zum Schluss gibt man etwas Pfeffer darüber und beträufelt sie mit Butter oder Schmalz (je nachdem, ob es ein Fleischtag ist) und serviert sie.
Moderne Fassung
Zutaten
- 1 Liter dicke saure Milch oder geronnene Milch
- etwas Salz
- 1/2 TL Pfeffer
- 2 EL Butter oder Schmalz
Zubereitung
Die geronnene Milch vorsichtig aus dem Topf lösen und in ein Tuch geben.
Das Tuch locker binden und die Masse leicht beschweren, damit die Flüssigkeit langsam abtropft.
Mehrere Stunden ruhen lassen, bis die Masse fest geworden ist.
Die feste Milchmasse in dünne Scheiben schneiden und auf Spieße stecken.
Leicht salzen und auf einem Rost oder Grill goldbraun rösten.
Mit Pfeffer bestreuen und mit zerlassener Butter oder Schmalz beträufeln.
Warm servieren.
