Originaltext:
Ain hirzes lebern sol man braten uf eime roste, die man lange behalten wil. und sol die dünne sniden zu schiben. und nim einen reinen honicsaum, den siude. und nim denne yngeber. und galgan und negelin. die stozze under einander. und wirfe sie dar in. und nim denne ein faz. oder ein schaf dor in du ez wilt tun. und wasch ez gar rein. und giuz ez dor in ein schiht honiges. und lege denne ein schiht lebern. und also fürbaz. und legez vaste uf ein ander. und setzze daz hin.

Übersetzung ins Hochdeutsche:
Die Leber eines Hirsches (oder Rehs) soll man auf einem Rost braten, wenn man sie länger aufbewahren möchte, und sie anschließend in dünne Scheiben schneiden. Danach nimmt man reinen Honig und kocht ihn auf. Dann gibt man Ingwer, Galgant und Nelken hinzu, die man miteinander zerstoßen hat, und mischt sie darunter. Anschließend nimmt man ein Gefäß (ein Fass oder einen Behälter), wäscht es gründlich sauber und gibt eine Schicht Honig hinein. Darauf legt man eine Schicht Leber und fährt so fort, bis alles geschichtet ist. Zum Schluss wird das Gefäß gut verschlossen und beiseitegestellt.

Moderne Fassung

Zutaten

  • 500–700 g Hirschleber
  • 400 g Honig
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • 1/2 TL Galgant
  • 1/2 TL gemahlene Nelken
  • etwas Salz

Zubereitung

Die Hirschleber putzen und leicht salzen. Auf einem Rost oder Grill bei mittlerer Hitze gar braten. Abkühlen lassen und in dünne Scheiben schneiden.

Den Honig in einem Topf erhitzen und kurz aufkochen lassen. Ingwer, Galgant und Nelken einrühren.

Ein sauberes Gefäß vorbereiten. Etwas Honig hineingeben, darauf eine Schicht Leberscheiben legen. Danach wieder Honig und wieder Leber einschichten, bis alles verbraucht ist.

Die Leber vollständig mit Honig bedecken. Das Gefäß gut verschließen und kühl lagern.